Tietz Lecture 2021

Antisemitismus und Verschwörungstheorien in Zeiten von Covid19

Donnerstag, 14. Oktober, 18:00 Uhr

Oscar Tietz, Gründer der erfolgreichen Kaufhauskette „Hermann Tietz“, später „Hertie“. Die Nazis drängten seine Familie in den 1930ern durch massive antisemitische Repressionen aus dem Unternehmen.
Foto-Quelle: Privatarchiv Nils Busch-Petersen

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Der Antisemitismus in Deutschland war niemals verschwunden. Doch besonders in den vergangenen Jahren gibt es alarmierende Entwicklungen: Allein zwischen 2017 und 2019 hat sich die Zahl der jährlichen antisemitischen Gewalttaten in Deutschland verdoppelt. Und auch während der Corona-Pandemie haben Antisemitismus und Verschwörungstheorien bedrohlichen Aufwind bekommen und werden zunehmend ungeniert in die Öffentlichkeit getragen. Um unsere offene Demokratie zu schützen und zu stärken, müssen wir handeln – und entschieden gegen alte und neue Formen von Antisemitismus vorgehen. Dazu möchte die Veranstaltungsreihe einen Beitrag leisten.


Gäste

Sawsan Chebli
Foto: S. C.

Sawsan Chebli ist Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement und Internationales. Nicht nur beruflich, auch privat setzt sie sich seit Jahren für eine offene Gesellschaft, gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ein. Sie studierte Politikwissenschaft an der FU Berlin , schloss 2004 als Diplom-Politologin ab und machte die Politik zu ihrem Beruf, unter anderem als Grundsatzreferentin für Interkulturelle Angelegenheiten in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie als Stellvertretende Sprecherin im Auswärtigen Amt.

Pia Lamberty
Foto: CeMAS

Pia Lamberty erforscht an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft, warum Menschen an Verschwörungen glauben und welche Konsequenzen dieses Weltbild mit sich bringt. Im Mai 2020 veröffentlichte die Psychologin gemeinsam mit Katharina Nocun das Sachbuch „Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ und landete damit auf der Spiegel-Bestsellerliste. Lamberty ist Ko-Geschäftsführerin beim Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS). Ihre Forschung führte sie an die Universitäten in Köln, Mainz und Beer Sheva (Israel).

Laura Franken
Foto: Privat

Laura Franken ist eine der Leiterinnen der Her.Tietz-Initiative. Sie arbeitet als Projektmanagerin für ein Nachhaltigkeitsnetzwerk der Wirtschaft. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Wirtschaft & Menschenrechte sowie Nachhaltige Finanzen. Sie studierte Public Policy an der Hertie School und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der SciencesPo Paris. Sie ist Alumna der Studienstiftung des Deutschen Volkes..

Mirko Bode
Foto: Privat

Mirko Bode engagiert sich seit mehreren Jahren als ehrenamtlicher Berater bei “Der goldene Aluhut” gegen Verschwörungstheorien. Die NGO verleiht ihren jährlichen Negativpreis an die Besten (oder Schlimmsten) Verschwörungstheoretiker:innen, um dieser Gefahr mit Haltung, Humor und Aufklärung entgegen zu treten. Mirko Bode kennt die Auswirkungen von Verschwörungserzählungen aus dem eigenen Umfeld und zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Angehörigen von Verschwörungsgläubigen.

Albrecht Raible
Foto: Privat

Albrecht Raible blickt aus historischer Perspektive auf Verschwörungstheorien und ihre Auswirkungen. An der Universität Tübingen erforscht er im Vergleich mit den USA auch die internationale Dimension solcher Mythen. Dabei beschäftigt er sich mit ihrer Bedeutung für eine zunehmende Fragmentierung der Öffentlichkeit, die Bildung von Meinungsblasen sowie die räumliche und soziale Trennung unterschiedlicher Meinungslager.


Moderation

Laura Cazés
Foto: Robert Poticha

Laura Cazés ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Als Autorin und Speakerin beziehen sich die Kernthemen ihrer Expertise auf die Diversität und Wahrnehmung jüdischer Lebenswelten in Deutschland, den Einbezug jüdischer Perspektiven in gesellschaftliche Diskursräume und die Schaffung innovativer Konzepte für und mit jüdischen Communities.

Ăśber die Tietz Lecture on Addressing Antisemitism

Namensgeber der jährlichen Reihe ist der jüdische Kaufmann Oscar Tietz, Gründer der ehemaligen Kaufhauskette „Hermann Tietz“, später „Hertie“. Die Nationalsozialisten „arisierten“ das Unternehmen in den 1930er Jahren mittels antisemitischer Repressionen gegen die Familie Tietz. Die Her.Tietz Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Andenken zu bewahren.

Ăśber die Her.Tietz Initiative

Veranstalterin der Tietz Lecture on Addressing Antisemitism ist die Her.Tietz Initiative, eine Gruppe ehrenamtlich engagierter Studierender und Alumni der Hertie School – unterstützt von mehr als 150 aktiven und ehemaligen Mitgliedern von Institutionen, die von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung finanziert werden. Die Initiative setzt sich für einen offenen und verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Geschichte von Hertie ein, für ein aktives Gedenken der Opfer der Shoah, und für die Bekämpfung des zunehmenden Antisemitismus heute.

Die Hertie School in Berlin wird finanziert von der Hertie-Stiftung. Das Vermögen der Hertie-Stiftung ging hervor aus der Hertie-Warenhauskette. Während der NS-Zeit wurde die Familie Tietz durch antisemitische Repressionen aus Ihrem Unternehmen gedrängt und das Unternehmen, welches damals noch Hermann Tietz hieß, „arisiert“. Wir als ehrenamtliche Her.Tietz Initiative setzen uns für einen offenen Umgang mit der „Arisierung“ des Unternehmens Hermann Tietz und den antisemitischen Repressionen gegen die Familie Tietz ein. Es ist uns darüber hinaus ein Anliegen, den heutigen existierenden Antisemitismus in Deutschland zu thematisieren und der Frage nachzugehen, was man dagegen tun kann. Wir werden gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie von der Nichtregierungsorganisation „Humanity in Action“.

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